Salzlagerhalle DON

Karlstraße 42

80333 München

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Salzlagerhalle Donauwörth

2013

 

Architekt Albert Dischinger, Staatl. Bauamt Augsburg

 

Leistungen Ingenieurbüro Dr. Gollwitzer

Konstruktives Konzept

Tragwerksplanung LP 1 - 6

 

 

 

 

Firma Holzbau Rubner, Augsburg

 

Bauherr

Freistaat Bayern

v. d. Staatl. Bauamt Augsburg

 

 

 

Holztragwerk - ohne

metallische Verbindungsmittel

Die Herausforderung bei der Planung von Salzlagerhallen ist die hohe Aggressivität von Salz. Holz ist der einzige Werkstoff der dem widerstehen kann. Hauptproblem sind aber die korrosionsanfälligen, kurzlebigen, metallischen Verbindungsmittel. In ein von Beginn an intensivem Zusammenspiel zwischen Tragwerks- und Objektplanung wurden ein robustes, wirtschaftliches und gleichzeitig schönes Gebäude realisiert. Es zeigt, dass Gewerbebauten nicht nur kurzfristig funktional, sondern auch nachhaltig und ästhetisch sein können.

 

Eichenholznägel

Die Wahl der Verbindungen fiel daher auf achteckige, 20 mm starke Eicheholznägel und Holzzapfenverbindungen in Anlehnung an eine historische, zimmermannsmäßige Ausführung. Beim Vorgängerbau mussten die Metallverbindungsmittel im 5-Jahres-Turnus ausgewechselt werden. Nägel aus Eiche sind seit der neusten Holzbau-Normengeneration auch im Ingenieurholzbau zulässig und sind erstaunlich belastbar (ca. 50% der Festigkeit von Stahldübeln). Zur Lagesicherung wurde diese durch Gewindepassschrauben aus Holz-Kunststoff ergänzt. Einzig die Betondübel der Schwellen sind aus Edelstahl. Diese sind aber im Holzquerschnitt zusätzlich durch Quellmörtel und Holzpfropfen vor dem aggressiven Salz geschützt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tragsystem

Die innere Hülle (Dach und Wände) aus 4 cm starken Dreischichtplatten wurde werkseitig mit 8/24 Holz-Stegen mit Schraubpressverleimung verstärkt und bilden zusammen statischen einen Pi-Platten-Querschnitt. Der sich statisch dadurch ausbildende schlupffreie Verbund-Querschnitt in einer gut zu transportierenden Breite von 2,5 m bildet die Grundlage für die Wände als auch für die zwei Dachhälften.

 

Rahmenecken

Diese wurden bauseits zu einen Drei-Gelenkrahmen verdübelt. Gelenke sind einfach im Holzbau herzustellen (Fußpunkte und First). Aufwändig sind immer die Rahmenecken.

Die Rahmenecken des Drei-Gelenkrahmen aus den Pi-Platten-Querschnitt sind durch je zwei zangenförmige, auf der Baustelle ergänzten dreieschförmig zugeschnitten 3,9 cm starken Furnierschichtplatten extrem verformungsarm ausgesteift und mit insgesamt 2000 Eicheholznägeln verdübelt.

 

Großes stützenfreies Vordach

Die entwickelte Rahmenkonstruktion ermöglichte in eleganter Weise ein für den Nutzer sehr wichtiges, 5,5 m tiefes, stützenfreies Vordach, das eine leistungsfähige zusätzliche Unterstellmöglichkeit für die Straßenbaumeisterei bietet.

 

Holzbau-Montage

Die Montage der 13x40 m großen Halle mit einer Kapazität von 3600 to konnte durch den hohen Vorfertigungsgrad und durch das gewählte Baukastenprinzip in nur 2 Wochen realisiert werden.

Dr. Gollwitzer -

Dr. Linse und Partner

Beratende Ingenieure im Bauwesen mbB