Klenzesteg München

Dr. Gollwitzer -

Dr. Linse und Partner

Beratende Ingenieure im Bauwesen mbB

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Klenzesteg über die Isar, München

Brücken-Wettbewerb 2013, 3. Rang

 

 

Peter Grad, Adam Architeken

Arnold Tallavania, Landschaftsarchitekt

Grad Ingenieurplanungen, Dr. Gollwitzer als freier Mitarbeiter

in Gedenken an Johann Grad+

Entwurfsidee

Der Steg ist als innovative Holz-Beton-Verbundkonstruktion in integraler Bauweise, d.h. ohne Trennung von Überbau und Stützungen konzipiert. Er soll als flaches „Brett“ über den Naturraum der Isar „schweben“ und unaufdringlich im Stadtraum wirken. Die Anzahl von drei Zwischenrundstützen wurde auf ein Minimum reduziert und schränkt den Hydraulischen Flussquerschnitt nur marginal ein. Durch die Wahl von Holz auf der Unterseite und Beton bzw. Asphalt auf der Oberseite fügt sich der Steg optimal in den jeweiligen Standort des Betrachters (Natur/Stadt) ein.

 

Konstruktion

Der Fuß- und Radwegsteg hat eine Gesamtlänge von ca. 145 m, aufgeteilt in 4 Felder mit ca. 36 m Einzelspannweiten mit Randeinspannung an den Brückewiderlagern. Der Querschnitt besteht aus einem unten liegenden, seitlich verjüngenden Holzquerschnitt mit 45 cm und einer 20 cm dicken Betonschicht. Der Holzquerschnitt ist durch den statisch mitwirkenden Betonquerschnitt in wasserundurchlässiger Betonqualität und durch die seitlichen Fertigteilkappen vor dem „nach Norm“ unter 30 Grad geneigten Regen geschützt. Darüber hinaus ist unter der Asphaltschicht eine weitere Abdichtungsebene vorgesehen.

 

Jeweils zwei Tropfnasen unterbinden eine Umläufigkeit von Oberflächenwasser. Tauwasser, wie innerhalb von Außenwänden des Hochbaus vorkommen kann, tritt im Brückenbau nicht auf.

Die Durchlaufwirkung erlaubt eine sehr schlanke statische Gesamtquerschnitthöhe von ca. 65 cm, was ein sehr ambitioniertes Verhältnis Stützweite/Höhe von ca. l/50 bedeutet.

 

Verbund

Der Verbund der aus Brettschichtholzträgern mit Hartholzdübel querverbundenen Holzplatte mit der Betonschicht erfolgt durch werkseitig eingefräste und eingeleimte Streckmetallstreifen nach dem System TiComTec, das nach neuester Zulassung auch Brücken über 15 m Spannweite erlaubt.

 

Stützung

Die Fertigteilstützen und die Widerlager werden monolithisch mit dem Überbau mit Ortbeton vergossen. Die Schlankheit der ca. 50 cm dünnen Rundstützen erzeugt eine haltendende, aber gleichzeitig zwängungsarme Lagerung des Überbaus. Durch die Krümmung im Grundriss ist ein freies, seitliches Ausweichen bei Temperaturlasten gewährleistet. Darüber hinaus ist die angesetzte gleichmäßige Temperatur von +-37 K von konventionellen Stahl- oder Stahlbeton-brücken durch den hohen Holzanteil hier weitaus geringer.